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Profil des GanzTags in Nordrhein-Westfalen

15.10.2007

Anzahl der Schulen

Im Schuljahr 2007/08: 2.900 offene Ganztagsschulen im Primarbereich (OGS), davon etwa 150 Förderschulen mit Primarstufe. Im Schuljahr 2007/08: 134 neue erweiterte Ganztagshauptschulen und 25 neue erweiterte Ganztagsförderschulen.

Betroffene Schulformen

Zeitumfang

Formen des GanzTags

Ziele des GanzTags

Die offene Ganztagsschule im Primarbereich dient familien-, gesellschafts-, jugend- und bildungspolitischen Zielen. Sie ist eine Antwort auf den vielfältigen Bedarf zur Verbesserung von Bildungsqualität und Chancengleichheit im Zusammenspiel von Bildung, Erziehung, Förderung und Betreuung.

Die offene Ganztagsschule ist ein ganztägig geöffnetes Haus des Lebens und Lernens, das Mädchen und Jungen in ihrer Entwicklung ganzheitlich fördert.

Hier erhalten die Kinder

Durch die Zusammenarbeit von Schule, Kinder- und Jugendhilfe, gemeinwohlorientierten Institutionen und Organisationen aus Kultur und Sport sowie weiteren außerschulischen Partnern soll die offene Ganztagsgrundschule eine Lernkultur entwickeln, die die Schüler/innen in ihren Begabungen und Fähigkeiten unterstützt, fördert und fordert. Sie ist eine Schule, in der das Lernen im Mittelpunkt steht, die aber mehr ist als Unterricht.

Sie fördert die Zusammenarbeit von Lehrkräften und anderen Professionen. Sie ermöglicht mehr Zeit für Bildung und Erziehung, individuelle Förderung, Spiel- und Freizeitgestaltung sowie eine bessere Rhythmisierung des Schultages. Sie umfasst insbesondere:


Die neuen erweiterten Ganztagshaupt- und -förderschulen sollen zu verbesserten Bildungs- und Abschlusschancen durch individuelle Förderung der Stärken und durch den Ausgleich von Lernrückständen insbesondere von Lernschwächeren beitragen. Sie helfen, Benachteiligungen von Schüler(inne)n aus "bildungsfernen" Milieus auszugleichen und die Chancen beim Übergang in Ausbildung und Beruf nach Abschluss der Sekundarstufe 1 zu verbessern.

Diese Ziele werden insbesondere dadurch erreicht, dass

Qualitätskriterien für den GanzTag

Explizite Qualitätskriterien für die offenen Ganztagsschulen im Primarbereich (OGS) bzw. für die neuen erweiterten Ganztagshaupt- und -förderschulen bestehen noch nicht, doch wurde zur  Qualitätsentwicklung und -sicherung in der OGS eine Beratergruppe eingerichtet. Diesem Gremium gehören unter Leitung des Ministeriums für Schule und Weiterbildung Vertreter/innen des Jugendministeriums, der Bezirksregierungen, der Landesjugendämter sowie des Instituts für soziale Arbeit e.V. und der Serviceagentur "Ganztägig Lernen in NRW" an.
Um die Qualitätsentwicklung in der offenen Ganztagsschule im Primarbereich zu unterstützen, haben das Institut für soziale Arbeit e.V. und das ehemalige Landesinstitut für Schule/Qualitätsagentur ein Arbeitsinstrument für die Teams im offenen Ganztag entwickelt: QUIGS - Qualität in offenen Ganztagsschulen.
QUIGS ist ein internes Qualitätsentwicklungsverfahren, das von den Fachkräften selbst angewandt wird und dabei zwei Ziele verfolgt: (1) die Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit sowie (2) die Teamentwicklung und Initiierung von Kooperation zwischen den unterschiedlichen Professionen in der offenen Ganztagsschule.
Seit Frühjahr 2007 stehen den Schulen kostenlos eine Handreichung sowie eine CD-ROM mit Arbeitsmaterialien für die interne Qualitätssentwicklung mit QUIGS zur Verfügung.


Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe

Außerschulische Kooperationspartner

Wichtig Rahmenvereinbarungen zur Zusammenarbeit im Bereich der offenen Ganztagsschule im Primarbereich bestehen mit folgenden Kooperationspartnern:

Für die OGS ist die Vielfalt der beteiligten Partner und somit auch die Vielfalt der Professionen konstitutiv.

Bereits bestehende Fortbildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote

Wichtig Die offenen Ganztagsschulen im Primarbereich werden durch ein Beratungssystem in ihrem Entwicklungsprozess von der Antragstellung, über die Konzeptentwicklung bis hin zur Qualitätssicherung begleitet und unterstützt.
Die Beratungsleistungen werden bedarfsgerecht auf unterschiedlichen Ebenen erbracht durch

Wichtig Für die Aufbauphase der erweiterten Ganztagsangebote an den Haupt- und Förderschulen steht bei den Bezirksregierungen jeweils ein Ansprechpartner für die Schulen zur Verfügung, der organisatorisch und konzeptionell beraten kann sowie die notwendigen Vernetzungsprozesse unterstützt.
Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung wird die neuen erweiterten Ganztagshaupt- und -förderschulen in ihren Unterstützungsaktivitäten im Rahmen der Serviceagentur "Ganztägig lernen" in Nordrhein-Westfalen berücksichtigen.

Wissenschaftliche Begleitung

Wichtig Die Einführung der offenen Ganztagsschule im Primarbereich (OGS) in Nordrhein-Westfalen wird in den Jahren 2003-2009 wissenschaftlich begleitet. Im Auftrag des Ministeriums für Schule und Weiterbildung (MSW) und des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration (MGFFI) führen vier Institute als Kooperationsverbund die Begleitung durch: der Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut e.V./Universität Dortmund, das Institut für soziale Arbeit e.V. in Münster, die Bergische Universität Wuppertal sowie das Sozialpädagogische Institut (SPI), zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Fachhochschule Köln.Die Vorstudie wurde zum Jahresende 2004 abgeschlossen. Sie konzentrierte sich sowohl auf die Bedingungen der Startphase, unter denen 235 Schulen im Schuljahr 2003/04 den offenen Ganztag eingeführt hatten, als auch auf die Beschreibung der konkreten Praxis- und Kooperationsformen der einzelnen OGS vor Ort. Im Forschungsbericht (s. Beher, Karin u.a. 2005: Offene Ganztagsschule im Primarbereich. Weinheim/München: Juventa Verlag) wird deutlich, dass eine Vielzahl von Bedingungen auf das Gelingen des "Projekts" OGS einwirken.

Die Hauptstudie der wissenschaftlichen Begleitung lief in den Jahren 2005 bis 2007 als Implementierungs- und Praxisentwicklungsstudie. Eine wesentliche Zielsetzung bestand dabei in der qualitativen Weiterentwicklung dieses familien- und bildungspolitischen Programms. Darüber hinaus zielte die Hauptstudie auf eine repräsentative Bestandsaufnahme und umfassende Analyse der Entwicklungsprozesse und Strukturmerkmale der OGS. Die Studie stellt Orientierungs- und Steuerungswissen für die Weiterentwicklung der OGS zur Verfügung. Verschiedene Optionen zur Fortentwicklung dieser Angebotsform werden entworfen, um daran anschließend im Rahmen von Empfehlungen ein Qualitätsprofil der OGS in NRW zu entwickeln. Erste Ergebnisse im Sinne von Teilauswertungen der Studie können hier heruntergeladen werden. Die Gesamtstudie erschien in Buchform im Herbst 2007 beim Juventa-Verlag.

Über diese Hauptstudie hinaus werden die Untersuchungen zur offenen Ganztagsschule auch in den Jahren 2007-2009 fortgeführt. Die Wirkungen der zusätzlichen Förderung durch das Land in Form von Lehrerstellen ab 2006 werden im Rahmen der Wiederholungsbefragungen einen wichtigen Forschungsbereich darstellen.

Wichtig Der Ausbau der erweiterten Ganztagsangebote in den Haupt- und Förderschulen der Sekundarstufe I soll wissenschaftlich begleitet werden.

Finanzierungsaspekte

Nordrhein-Westfalen erhält bis 2008 Mittel aus dem IZZB des Bundes in Höhe von ca. 913,9 Mio €. Die Finanzhilfe dient dem Aufbau offener Ganztagsschulen im Primarbereich als auch der neuen erweiterten Ganztagshaupt- und -förderschulen.

Wichtig In der OGS werden Baukosten in einer Höhe von 80.000 € gefördert, in die Ausstattung dürfen bis zu 25.000 € fließen, für die Gestaltung des Außengeländes stehen bis zu 10.000 € zur Verfügung. Für jede Maßnahme hat der Schulträger einen Eigenanteil von 10% zu erbringen.
Die Finanzierung des zusätzlichen Personals und der Angebote im Rahmen der OGS (s.u.) regelt der entsprechende Erlass. In der OGS darf der sozial gestaffelte Elternbeitrag den Betrag von 150 € nicht überschreiten. Für Mittagsverpflegung kann ein zusätzlicher Betrag erhoben werden.

Wichtig Der Erlass zur Durchführung des Ganztagsbetriebs an Haupt- und Förderschulen regelt die Finanzierungsfragen. Der Schulträger kann für die erforderlichen investiven Maßnahmen Zuwendungen im Rahmen des IZBB erhalten.

Personelle Ausstattung

Wichtig In der OGS erhalten die Schulträger vom Land einen Personalkostenzuschuss in Höhe von 615 € pro Kind pro Jahr. Die Schule erhält einen Zuschlag von 0,2 Lehrerstellen (= 5,6 Unterrichtsstunden) pro 25 am offenen Ganztag teilnehmenden Kindern. Die Hälfte dieses Lehrerstellenzuschlags kann kapitalisiert werden (ergibt 820 € Personalkostenzuschuss).
Die Schulträger leisten einen Eigenbeitrag von 410 € pro Kind pro Jahr, auf den sie Elternbeiträge (seit dem 01.08.2006 bis zu 150,-€) anrechnen können. Die Gruppengröße liegt bei 25 Kindern an Grundschulen und 12 Kindern an Förderschulen.
Leiter/innen von offenen Ganztagsschulen erhalten eine zusätzliche Anrechnungsstunde. Ebenfalls fördert das Land im Umfang von 100.000 € Fortbildungsmaßnahmen zur Qualifizierung des Personals mit 300 € pro Maßnahme als Beitrag zur Qualitätssicherung der Ganztagsangebote.

Wichtig Neue erweiterte Ganztagshaupt- und -förderschulen erhalten einen Personalstellenzuschlag in Höhe von 30 Prozent. Im Umfang von bis zu einem Drittel (10 Prozentpunkte) können die Mittel für freie und besetzbare Stellen des Ganztagszuschlags (Gegenwert: 51.000 € je Stelle und Jahr) im Rahmen des Ganztagskonzepts zur Finanzierung von pädagogischen Angeboten zur Unterstützung und Ergänzung des Unterrichts verwendet werden. Dies sind insbesondere Maßnahmen in Kooperation mit der Jugendhilfe, Sportvereinen, Kultureinrichtungen, Künstler(inne)n oder Betrieben, Institutionen des Handwerks, der Berufsbildung und der Wirtschaft.
Zwei Drittel des Zuschlags sind durch Lehrkräfte zu besetzen. Ein Drittel der Stellen kann nach Maßgabe des Bezugserlasses auch mit einer sozialpädagogischen Fachkraft besetzt werden.