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2. Was muss bei der Arbeit mit den Fortbildungsmodulen grundsätzlich berücksichtigt werden?

Ebene der Qualifizierung im Blick behalten

Multiplikator(inn)en(-Tandems), die mit den entwickelten Fortbildungsmodulen arbeiten, sehen sich zunächst u.a. vor der Aufgabe, einen Klärungsprozess darüber einzuleiten, welchem didaktischen Konzept sie mit Blick auf die zu planenden Fort- und Weiterbildungen mit Erwachsenen folgen wollen. Die auf dieser Internetplattform angebotenen einzelnen Module formulieren jeweils unter dem Punkt „Anliegen" die mit Blick auf die Ganztagsschulentwicklung zentralen Argumente für eine Auseinandersetzung mit einem spezifischen Themenbereich. Die „Ziele" geben dann in konkreterer Weise Auskunft darüber, was in dem gewählten Themenspektrum erreicht werden soll.

Will man Multiplikator(inn)en fortbilden und qualifizieren, gehört dazu zum einen die Ebene der fachlich-thematischen, ganztagsschulrelevanten Aspekte (wie z.B. ein Verständnis über Grundlagen und Begründungen von Rhythmisierungskonzepten für Ganztagsschulen). Zum anderen gehört aber ebenso die Ebene der Didaktik der Erwachsenenbildung und des Einsatzes von Methoden in der Erwachsenenbildung dazu, die als Methodik inhaltlich zu reflektieren ist (wie es gemeinhin in train-the-trainer-Konzepten Berücksichtigung findet). Die Frage also, welche pädagogischen Verfahren zur Erreichung bestimmter Ziele (sprich: Methoden) z.B. in Fortbildungen mit gemischten pädagogischen Teams aus Ganztagsschulen eingesetzt werden können, wäre von Multiplikator(inn)en in ihren Planungen zu bedenken.

Befasst sich die Planung hingegen unmittelbar mit einer Fort- und Weiterbildung für gemischte pädagogische Teams aus Ganztagsschulen, kann auf die Reflexion der Methodik als Gegenstand der Fortbildung verzichtet werden, da hier die Erfahrung und Vermittlung fachlich-thematischer Aspekte im Vordergrund stehen.

Methodisch-didaktische und lerntheoretische Grundlagen berücksichtigen

Bei der planerischen und konzeptionellen Arbeit mit den Fortbildungsmodulen sind von Multiplikator(inn)en(-Tandems) und Fortbildner(inne)n weiterhin methodisch-didaktische und lerntheoretische Grundlagen zu berücksichtigen, die im Rahmen der Qualifizierung von Ganztagsmultiplikator(inn)en im Verbundprojekt „Lernen für den GanzTag" bearbeitet worden sind, auf dieser Internetplattform jedoch nicht systematisch, wohl aber im Kontext einzelner Fortbildungsmodule repliziert werden. Dazu ist in Fortbildungen in der Erwachsenenbildung u.a. von Bedeutung,

  • an Vorwissen und vorhandene Kompetenzen der Teilnehmenden sinnvoll anzuschließen,
  • einen relevanten Praxisbezug und lösungsbezogene Kontexte herzustellen,
  • Selbsttätigkeit der Teilnehmenden zu ermöglichen und zugleich die Adäquatheit vermittelten Expertenwissens zu prüfen,
  • verschiedene und differenzierte Lernformen in Eigen- und Gruppenarbeit zu ermöglichen, sowie
  • den Lernprozess der Teilnehmenden in den Mittelpunkt zu stellen und dabei auch das Lernen von Wissen und Methoden auf übergeordneter Ebene gezielt zu reflektieren.

Bedingungen für erfolgreiche Fortbildungen beachten

Aus Wirksamkeitsstudien von Lehrerfortbildungen können Einblicke in die Mechanismen des Transfers von Fortbildungserfahrungen in den Schulalltag und dadurch vermittelt auch Folgerungen für die Gestaltung von erfolgreichen Fortbildungsmaßnahmen für Multiplikator(inn)en und auch Ganztagsschulen gewonnen werden. Die Praxiserfahrungen der beteiligten Bundesländer im Verbundprojekt zeigen darüber hinaus, dass eine Vielzahl von Bedingungen die Wirksamkeit von Fortbildung beeinflussen, etwa

  • die ganztagsschulinterne Fortbildungsplanung in der Kombination mit einer zielgerichteten Personalplanung,
  • Anlässe und praktische Entwicklungsprojekte für Multiplikator(inn)en und in der Schule, die die Motivation für und den Gebrauchswert von Fortbildung steigern,
  • das Vorhandensein von Zeitressourcen für Planung, Entwicklung und Selbstevalu-ation,
  • das Vorhandensein einer Steuergruppe in der Schule oder eines Reflexionsnetzwerkes für Multiplikator(inn)en, die sich mit Fragen der Qualifizierung beschäftigt,
  • das Eingebundensein der Schule in ein Netzwerk (Hospitationsnetzwerke, Konsultationsstandorte oder themenbezogene Schulpartnerschaften),
  • die Einbindung von Multiplikator(inn)en in lokale Strukturen, die Beratung und Prozessbegleitung bieten können und dies auf vereinbarter Grundlage mit den Schulen tun,
  • die Qualifizierung dieser Beratungs- und Begleitungsressourcen selbst und ihre Einbindung in „lernende Netzwerke", sowie
  • die Kooperation der relevanten Akteure auf kommunaler Ebene (z.B. Schul- und Jugendhilfeträger, Schulleitungen, Trägervertreter und Multiplikatoren aus dem Bereich der Beratung, Qualifizierung und Prozessbegleitung) mit dem Ziel der Entwicklung von Fortbildungsstandards und einer darauf abgestimmten Unterstützung vor Ort.

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